INGEDE-Herbstsymposium 2020 am 1. Oktober 2020 zu Gast bei Leipa in Schwedt/Oder

VERPACKUNGSDESIGN IM FASERKREISLAUF

Verpackung schützt. Vor Berührung, vor Staub, vor Feuchtigkeit, vor Luft, vor Beschädigungen. Moderne Verpackungen sind Multitalente. Gerade aus Papier, gerade im Wettbewerb mit Kunststoff. Aber auch hier gilt: Die Verpackung ist ein Wertstoff, der hochwertig stofflich wiederverwertet werden soll. Der Zielkonflikt ist vorprogrammiert – Funktionalität und ansprechende Gestaltung einerseits und möglichst gute Rezyklierbarkeit andererseits. Dazu beizutragen, dass weiße Verpackungen im weißen Faserkreislauf verbleiben, ist ein Ziel, das sich die INGEDE auf die Fahnen geschrieben hat.

Diese Themen möchte die INGEDE mit Ihnen und mit führenden Experten bei ihrem Herbstsymposium am 1. Oktober 2020 zu Gast bei Leipa in Schwedt/Oder diskutieren. Die Vorlage für den Tag liefert Almut Reichart vom Umweltbundesamt. Kleinere Haushalte und damit kleinere Packungsgrößen, gerade jetzt durch die Corona-Pandemie ein enormer Anstieg des Online-Handels – da steigt der Anteil der Verpackung im Altpapier noch schneller als ohnehin.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Verwertung von Papierverpackungen? Im Rahmen eines Forschungsprojekts sollen klare Kriterien definiert werden, was die Rezyklierbarkeit eines Papierprodukts, also auch einer Verpackung aus Papier, ausmacht. Das Ergebnis des Projekts stellen Lydia Tempel von der PTS in Heidenau und Prof. Samuel Schabel von der TU Darmstadt vor.

Weiße Fasern sind wertvoller Rohstoff

Rezyklierbare weiße Verpackung ist nur ein Schritt – wie trenne ich sie von den übrigen Verpackungen aus Wellpappe oder Graukarton, die zum Teil mit einer weißen Deckschicht gestaltet sind? Tobias Zirsch vom Sortieranlagenhersteller REDWAVE erklärt die Herausforderung und Lösungsmöglichkeiten. Weitere Referenten beschäftigen sich mit den Anforderungen der verpackten Güter, beispielsweise von Lebensmitteln an die Verpackungen – und den Anforderungen der Papierindustrie an ein recyclinggerechtes Design.

Besucher vor Ort können am Vortag die Papierproduktion hautnah erleben — an Ihrem Laptop zeigen wir Ihnen Leipa noch näher: Altpapier ist Rohstoff — hier wir er zu neuen Produkten! Ihre Fragen werde live beantwortet, so als stünden Sie mitten im Geschehen.

Eine Podiumsdiskussion „Design für die Kreislaufwirtschaft“ schließt den Veranstaltungstag ab.

Wir freuen uns, Sie in Schwedt begrüßen zu dürfen!

Downloads: Diese Einladung als pdf, das Anmeldeformular können Sie hier herunterladen (pdf).

30. September 2020 (nur Teilnehmer vor Ort)

Nachmittags Führung durch das Werk LEIPA, Besichtigung der Papierfabrik mit der neuen, 2018 angelaufenen Papiermaschine PM 5, einer der produktivsten Anlagen für White Top Testliner aus 100 Prozent Altpapier

Begrüßungsabend im Hotel Altstadtquartier (Brauwerk), Schwedt, mit gemeinsamem Abendessen

1. Oktober 2020

8:00 Anmeldung und Kaffee

Begrüßung (Robin Huesmann, Leipa)
Kriterien für die Bewertung der Rezyklierbarkeit (Almut Reichart, Umweltbundesamt)
Faserbasierte Verpackungen als sinnvolle Alternative zu Kunststoffverpackungen
(Peter Désilets, Pacoon)
Die Initiative Papierverpackung des VDP
(Martin Drews, VDP)
Das INFOR‐Projekt 214 im europäischen Kontext (Lydia Tempel, PTS Heidenau, und Samuel Schabel, PMV der TU Darmstadt)
Möglichkeiten der Generierung einer Altpapiersorte „Weiße Verpackung“ (Tobias Zirsch, Redwave)
Herausforderungen beim Altpapiereinsatz für höherwertige Papiere (Sandro Taske, Leipa)

Podiumsdiskussion “Design für die Kreislaufwirtschaft

15:00 Virtueller Betriebsrundgang (Video mit Live-Kommentierung und Möglichkeit zu Rückfragen)

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Almut Reichart
Umweltbundesamt

Es zeigt sich eine Tendenz, dass manche Hersteller von gut recyclingfähigen Kunststoffverpackungen auf nur begrenzt recyclingfähige faserbasierte Verbundverpackungen umsteigen. Ein möglicher Grund hierfür könnte die „Plastikdebatte“ sein. Hier sollte geprüft werden, welche (Verpackungs-)Lösung tatsächlich ökologisch sinnvoller ist. Die Vermeidungspotentiale sollten stärker angegangen werden.

Martin Drews
Verband Deutscher Papierfabriken (VDP)

Faserbasierte Verpackungen sind besonders ökologisch, da sie immer rezyklierbar sind.

 

Prof. Samuel Schabel
TU Darmstadt, PMV

Rezyklierbarkeit: einerseits ein altes Thema, andererseits heute ein Feld mit hoher Dynamik, bei dem Bewegung auf allen Seiten erforderlich ist, um die Vorteile der Kreislaufwirtschaft weiterhin effektiv zu nutzen.

 

Lydia Tempel
PTS Heidenau

 

 

Robin Huesmann
CIO Leipa Group GmbH

Wir müssen dem Verbraucher die Chance bieten, verstehen zu können, welche Papierverpackungen in die blaue und welche in die gelbe Tonne gehören.

Tobias Zirsch
REDWAVE

Kongresszentrum von Leipa
Kuhheide 34
Schwedt/Oder

Anmeldung bei Frau Berger, Telefon (07142) 375 22 21, oder per E-Mail mit diesem Anmeldeformular (hier herunterladen).

Damit Sie sich den Frühbucherrabatt sichern, melden Sie sich bitte bis zum 4. September 2020 an! Nur so können Sie zum Vorzugspreis von 340 Euro profitieren, danach ist die Registrierung weiterhin zum Preis von 420 Euro möglich.

Nach den Vorgaben der Behörden angesichts der Corona-Pandemie sind für die Veranstaltung Sicherheits­maßnah­men zu berücksichtigen, die laufend überprüft und ggfs. angepasst werden müssen. Derzeit gehen wir davon aus, dass eine Veranstaltung mit 50 Gästen vor Ort unter Berücksichtigung aller geltenden Verhaltensregeln möglich sein wird.

Für alle, die nicht vor Ort sein können, wird die Veranstal­tung als Livestream mit englischer Simultanübersetzung im Internet übertragen. Im Anschluss an das Vortrags­programm wird der Werksrundgang als live kommentierter Einblick mit der Möglichkeit zu Fragen für das Online-Publikum umgesetzt werden.

Recyclingpapier entlastet die Umwelt

• Der Prozesswasserbedarf ist zwei- bis siebenmal niedriger.
• Der Gesamtenergiebedarf ist zwei bis viermal niedriger.
• Papierrecycling durch eine regionale Altpapiersammlung bedeutet ein “Papier der kurzen Wege”.
• Die Ressource Holz wird geschont und steht für andere Nutzungen zur Verfügung. Die Flächenkonkurrenz wird somit vermindert.

Almut Reichart

Umweltbundesamt